Donnerstag, 09.09.2010, 11:05
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Rochen
(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Jörg Noack, unterwasser-fotos.de, Text: Thomas Levy, netPortal)
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1. Merkmale und Anatomie
2. Lebensraum
3. Nahrung
4. Fortpflanzung
5. Die 5 Unterordnungen

1. Merkmale und Anatomie

Blaupunkt-Stechrochen Bei den Rochen handelt es sich um mit den Haien eng verwandte Fische. Wie auch diese besitzen sie keine Knochen, sondern haben ein Skelett aus Knorpel, gehoeren also zu den Knorpelfischen.

Von den Haien unterscheiden sie sich im wesentlichen durch zwei entscheidende Merkmale: Zum einen liegen die Kiemenspalten der Rochen an der Unterseite, die der Haie an den Seiten, zum anderen sind die Brustflossen stark vergroessert und fluegelaehnlich. Als Bindeglied kann man die Engelhaie (Unterordnung Engelhaie (Squatinoidei), bestehend aus einer Familie (Meerengel, Squatnidae) mit 12 Arten) sehen, die zwar den Rochen stark aehneln und ebenfalls stark vergroessere Brustflossen besitzen, jedoch sind diese - im Gegensatz zu den Rochen - nicht mit dem Kopf verbunden. Bei Rochen gehen die Brustflossen uebergangslos in den Kopf ueber. Bei einigen Arten sind die Brustflossen um den Kopf herum verlaengert, sodass sie vorne aufeinander treffen.

StachelrochenDie Rochen bildeten sich im oberen Jura als Seitenlinie der Haie. Mit ihren abgeflachten Koerpern und den unten liegenden Kiemen (nach dem Rueckstossprinzip koennen Rochen erstaunlich schnell starten, indem sie Wasser durch die Kiemen ausblasen) haben sie sich perfekt an das Leben am Meeresboden angepasst. Nur wenige Arten leben im freien Wasser (pelagisch), darunter die mit 7 Metern Breite riesigen Mantarochen.

Unter den Knorpelfischen bilden die Rochen die Ordnung Rajiformes (340 Arten, 47 Gattungen, 17 Familien, 5 Unterordnungen). Im Gegensatz zu den Knochenfischen, die eine mit Gas oder Luft gefuellte Schwimmblase besitzen um nicht unter zu gehen, benoetigen Knorpelfische diese nicht. Knorpel ist sehr viel leichter als Knochen, sodass der noetige Auftrieb gegeben ist. Teile des Skeletts, vor allem an der Wirbelsaeule, sind jedoch durch Kalkablagerungen verhaertet.

Hier sieht man sehr schoen die SpritzloecherMit ihren kurzen, stark abgeflachten Koerpern sehen die Rochen den Plattfischen wie Scholle und Flunder sehr aehnlich. Abgesehen davon, dass die Plattfische zu den Knochenfischen gehoeren, sind diese seitlich abgeflacht. Das heisst, dass Plattfische im Grunde auf der Seite liegende Fische sind, bei denen ein Auge auf die andere Seite gewandert ist. Rochen sind auf dem Bauch liegend abgeflacht, was umfangreiche Umbildungen nach sich zog. Mund und die 5 Kiemenspalten liegen bei den Rochen auf der Unterseite, die Augen auf der Oberseite. Zum einen bedeutet das, das Rochen nicht sehen, was sie fressen, viel gravierender ist jedoch, dass sie - da sie meist am oder sogar im Meeresboden leben - permanent Schlamm einatmen wuerden. Zu diesem Zweck befindet sich hinter jedem Auge eine Oeffnung, die sog. Spritzloecher. Diese reichen in Ruhe aus und leiten das Atemwasser zu den Kiemen. Durch die Kiemen wird nur beim Schwimmen eingeatmet. Im freien Wasser lebende Rochen atmen wie normale Fische durch die Kiemen.

Da die Rochen durch ihre oben liegenden Augen ihr Futter nicht sehen koennen, nutzen sie ihren Tast- und Riechsinn sowie ein elektrisches Ortungssystem aehnlich dem der Haie, mit dem sie die Stromimpulse der Muskeln eingegrabener Beute orten koennen.

MantarochenDas Gebiss der Tiere hat meist abgeflachte, seltener spitze Zaehne, die zum zerreissen von Beute geeignet sind. Die Zaehne wachsen wie bei den Haien in mehreren Haien hintereinander, von denen eine oder mehrere aktiv benutzt werden. Verlorene Zaehne koennen sich so innerhalb weniger Stunden regenerieren.

Am Koerper vieler Arten befinden sich Hautzaehne, die einige Zentimeter gross werden koennen. Diese dienen der Verteidigung und sind oft dornenfoermig nach hinten gebogen. Bei Nagelrochen werden die Zaehne bis 3cm lang. Zur Verteidigung schwimmt der Rochen schnell rueckwaerts und kann so schwerwiegende Wunden verursachen. Bei Stachelrochen ist ein langer Stachel auf der Schwanzwurzel ausgebildet, mit dem groessere Arten sogar in der Lage sind, Arme, Beine oder sogar hoelzerne Schiffsboeden zu durchdringen. Eine Verletzung durch einen Stachelrochen ist dank der Giftdruese entlang der Schwanzwurzel schwerwiegend, oftmals sogar toedlich.

ZitterrochenMaennliche Rochen sind kleiner als gleichalte Weibchen. Des weiteren ist eine Geschlechtsbestimmung leicht durch die Bauchflossen moeglich. Bei Maennchen ist der hintere Teil zum Begattungsorgan (Grifel, Klammerorgan, Mixopterygia) umgebildet.

Afterflossen fehlen den Rochen voellig, meist sind 2, bei einigen Arten jedoch nur eine oder gar keine Rueckenflossen vorhanden. Die Schwanzflosse kann fehlen, der Schwanz ist dann peitschenfoermig und lang.

Rochen schwimmen entweder durch fluegelschlagaehnliche Bewegung der Brustflossen oder durch Wellenbewegungen derselben. Die Schwanzflosse wird nicht zum Schwimmen benutzt.

2. Lebensraum

Blaupunkt-Stechrochen am MeeresbodenRochen kommen in allen Meeren vor allem in den Tropen und Subtropen, aber auch in gemaessigten oder sogar kalten Breiten vor. Fehlen tun sie nur bei den Hawaii-Inseln, in Mikronesien und Polynesien und den nordoestlichen Suedamerika.

Ueblicherweise halten sich Rochen in flachen Gewaessern und in Kuestennaehe bis maximal 180 Meter Tiefe auf, normalerweise leben sie am Meeresboden und graben sich auch in diesen ein. Einige Arten leben jedoch auch in bis zu 3000 Meter Tiefe oder im freien Wasser.

Der groesste Teil der Rochen lebt in den Meeren, einige Arten leben im Brackwasser der Flussmuendungen oder haben sich sogar komplett an das Leben in Suesswasser angepasst.

3. Nahrung

StachelrochenRochen verbringen die meiste Zeit in der Naehe des Meeresbodens. Knapp ueber dem Grund umherschwimmend besteht ihre Nahrung aus Kleingetier, welches sich in Bodennaehe aufhaelt. Hierzu zaehlen kleinere Fische, Schollen und andere Plattfische, Wuermer, Seesterne, Krebse und Hummer, Muscheln, Schnecken und andere kleine Tiere.

Rochen sind fuer den Menschen meist harmlose Tiere, selbst die groessten Rochen sehen uns keinesfalls als Beute an. Aergert man die Tiere nicht, wird man kaum negative Erfahrungen machen.

4. Fortpflanzung

AdlerrochenZur Begattung klammert sich das Maennchen am weiblichen Tier fest. Es findet eine innere Befruchtung statt, bei der nur eines des Begattungsorgane an den Bauchflossen des Maennchens zum Einsatz kommt.

Mit Ausnahme der eierlegenden Rochen der Unterordnung Echte Rochen (Rajoidei) sind Rochen ovovivipar. Das heisst, das die Jungtiere bereits im Mutterleib aus den Eiern schluepfen und sich dort entwickeln. Die Geburt findet mit dem Schwanz voran statt. Um die Mutter mit dem ggf. vorhandenen Stachel nicht zu verletzen, ist der Schwanz nach oben geklappt. Der Stachel ist noch weich und mit einer Hautschicht ueberdeckt und erhaertet sich nach der Geburt. Bei den Saegerochen sind die Zaehne ebenfalls noch weich.

Die Anzahl der Jungtiere ist von Art zu Art unterschiedlich und reicht von nur einem Jungen pro Jahr bei den riesigen Mantas bis zu 60 Tieren bei kleineren Arten der Zitterrochen.

Echte Rochen sind eierlegend. Die Eier sind kissenfoermig viereckig und meist dunkel gefaerbt. An jeder der vier Ecken befindet sich eine Art Ranke, mit der das Ei an Pflanzen, Steinen ode anderen Gegenstaenden befestigt wird. Die Huelle ist aus Keratin, einer hornigen, lederartigen Substanz. Je nach Art schluepfen die Jungtiere nach 4 bis 14 Monaten.

Die 5 Unterordnungen

Blaupunkt-StechrochenDie Ordnung der Rochen teilt sich in 5 Untrordnungen auf, die sich durch teils kuriose Faehigkeiten unterscheiden: Die elektrisch geladenen Zitterrochen, die Stromstoesse mit bis zu 200V austeilen koennen, die Stachelrochenartigen, die mit einem grossen Stachel eine maechtige und toedliche Waffe besitzen, die Saegerochen mit ihren zu einem saegeaehnlichen Gebilde verlaengerten Schnautzen, sowie den stark haiaehnlichen Geigenrochen und der Unterordnung Echte Rochen, zu der der groesste Teil der Arten gehoert.

a) Elektrische Rochen, Zitterrochen (Torpedinoidei)
Die Zitterrochen haben einen runden, scheibenfoermigen Koerper mit einem kurzen, aber kraeftigen Schwanz. Das Maul ist mit kleinen Zaehnen in breiten Baendern besetzt, die Augen sind klein, bei einigen Tiefseearten zurueckgebildet oder garnicht vorhanden. Am auffallendsten ist die Faehigkeit, Stromstoesse auszuteilen. Hierzu haben sich Muskelpartien an den Seiten der Scheibe zu elektrischen Organen umgewandelt. Meist liegt die Spannung bei etwa 75-80 Volt, einige Arten erreichen nur 25 Volt. Das Maximum liegt bei 200 Volt und das bei einer Stromstaerke von 3-7 Ampere.

MantaDas elektrische Organ wird in erster Linie zur Nahrungssuche benutzt. Durch Aussendung von Impulsen im Mikrovoltbereich orientiert sich der Rochen. Die Zitterrochen fressen durchaus auch Fische, die fuer ihr Maul deutlich zu gross sind. Hierzu beugt sich der Rochen ueber sein potentielles Opfer und laehmt es durch Stromstoesse. Das elektrische Organ wird jedoch auch zur Verteidigung gegen Feinde eingesetzt.

Nachteilig ist, dass der Rochen aufgrund der umgebildeten Muskeln nur schlecht schwimmen kann. Daher benutzt er den Schwanz, um durch seitliche Ruderbewegungen voran zu kommen. Bei einigen Arten sind dich Bauchflossen zu Lauforganen umgebaut, mit denen sie ueber den Meeresgrund kriechen.

Die Zitterrochen unterteilen sich in 3 Familien: Die Echten Ziterrochen (Torpedinidae) mit 2 Rueckenflossen, die mit 7 Gattungen in waermeren Meeren vorkommt. Die zweite Familie bilden die Narkidae, die nur eine Rueckenflosse haben und im Indischen und Stillen Ozean heimisch sind. Die Temeridae haben keine Rueckenflosse und kommen im westlichen Stillen Ozean vor. Im Mittelmeer sowie dem oestlichen Atlantik von Franreich bis Suedafrika kann man verschiedene Arten der Echten Zitterrochen beobachten.

Manta b) Stachelrochenartige (Myliobatoidei)
Die Stachelrochenartigen sind oval bis rautenfoermig und haben einen schlanken, oftmals peitschenfoermigen Schwanz. Der Schwanz ist meist mit einem oder mehreren Stacheln besetzt, der zur Verteidigung eingesetzt wird. Der Stachel ist spitz, gross und an beiden Seiten gesaegt oder mit Widerhaken besetzt. An der Wurzel des Stachels liegen Giftdruesen, die ihn zu einer toedlichen Waffe macht. Der Stachel bleibt im Opfer stecken. Einige Arten sind in der Lage, den verlorenen Stachel zu ersetzen, andere Arten regenerieren ihn permanent, daher haben diese Arten teilweise bis zu vier Stacheln gleichzeitig. Beachtet man, dass grosse Stachelrochen durchaus in der Lage sind, mit ihrem Stachel einen Schiffsboden zu durchstossen kann man sich vorstellen, wie verherrend die Wirkung bereits ohne das Gift ist.

Wird ein Mensch von einem Stachelrochen gestochen, zieht diese sehr schmerzhafte Verletzung schwere Vergiftungserscheinungen nach sich. Das Gift greift den Kreislauf an, kann das Herz laehmen oder das Atmungs- und Harnsystem schaedigen und greift das zentrale Nervensystem an. Stiche in den Leib sind innerhalb kurzer Zeit toedlich, Stiche in die Gliedmassen koennen nach monatelanger Krankheit ueberlebt werden. Oftmals reisst die Giftdruese mit aus. Das hat zur Folge, dass viele Opfer mit einer mechanischen Verletzung ohne Giftwirkung davonkommen.

Als Vorsichtsmassnahme sollte man in Gegenden in denen Stechrochen vorkommen, niemals barfuss gehen und moeglichst durch das Wasser schlurfen, um vergrabene Rochen aufzuschrecken. In diesem Fall wird das aufgeschreckte Tier eher fluechten. Treten sie jedoch versehentlich auf ein eingegrabenes Tier, ist der Unfall vorprogrammiert. Ebenfalls vermeiden sollten Sie, nahe ueber dem Boden zu schwimmen.

Lange Zeit wurde der Stachel von den Eingebohrenen der indopazifischen Region als Speerspitze verwendet.

Zu den Stachelrochenartigen gehoeren 128 Arten in 17 Gattungen, die auf vier Familien unterteilt sind. 118 Arten besitzen einen Stachel, Rueckenflossen haben nur wenige Arten.

Die Unterordnung der Stachelrochenartigen laesst sich aufteilen in die vier Familien Stachelrochen (Dasyatidae), Schmetterlingsrochen (Gymnuridae), Adlerrochen (Myliobatidae) und Teufelsrochen (Mobulidae).

Manta i) Stachelrochen
Zu den Stachelrochen gehoeren 89 Arten in 10 Gattungen. Die kleinste Art erreicht gerade einmal 30cm Durchmesser und bringt dabei 700g auf die Waage, die groesste Art wiegt 350kg bei 210cm Durchmesser. Zu den Stachelrochen gehoert z.B. der Blauflecken-Stechrochen, der oft in Aquarien gehalten wird, der Gewoehnliche Stechrochen mit seinem 35cm langen Stachel und der im Mittelmeer haeufig anzutreffende Brucko.

ii) Schmetterlingsrochen
Die Schmetterlingsrochen sind breiter als lang, haben fluegelartig verbreiterte Brustflossen und meist eine Rueckenflosse sowie einen gesaegten Stachel.

iii) Adlerrochen
Bei den Adlerrochen sind die Brustflossen stark fluegelaehnlich verbreitert. Zum schwimmen werden diese fluegelschlagaehnlich bewegt, woher auch der Name Adlerrochen stammt. Die Schnautze ist schnabelartig und deutlich vom Koerper abgesetzt. Der Schwanz ist peitschenfoermig und ohne Schwanzflosse. Eine Rueckenflosse ist vorhanden. Ausser bei den 3 Arten der Gattung Aetomylaeus ist ein Stachel vorhanden.

Es gibt 29 Arten in 5 Gattungen, die vor allem in den tropischen Meeren, aber auch in gemaessigten oder gar kalten Breiten vorkommen.

Das Gebiss ist plattenfoermig und besteht aus kraeftigen Mahlzaehnen, de hervorragend dazu geeignet sind, Muscheln zu knacken.

Ausser bei den Gattungen Aetobatus mit nur einer Reihe und der Gattung Rhinoptera mit 9 Reihen haben die anderen Gattungen 7 Reihen breiter Mahlzaehne im Ober- wie im Unterkiefer.

iv) Teufelsrochen (Mantarochen)
Bei den Teufelsrochen ist die Schnautze in zwei duenne loeffelartige Verlaengerungen (Hoerner, Kopfflossen) aufgeteilt, die waagerecht nach vorne stehen und sehr beweglich sind.

Es gibt 2 bis 4 Gattungen mit einer unbekannten Anzahl Arten. Die groesste bekannte Art, Der Riesenmanta (Manta Birostris) erreicht eine Spannweite von 7 Metern und wird dabei 2 Tonnen schwer.

Der Name Teufelsrochen stammt von der Faehigkeit, trotz des hohen Gewichts meterhoch aus dem Wasser zu springen. Landet ein 2 Tonnen schwerer Koloss auf einem Schiff, ist der Untergang kaum zu vermeiden.

Mantas findet man auf hoher See wie in Kuestennaehe, nur eine Art (der Meeresteufel mobula mobula) kommt auch im Mittelmeer vor.

MantaTrotz der Groesse sind auch die Teufelsrochen friedliche Tiere, Taucher koennen sich sogar von ihnen ziehen lassen. Das Gebiss besteht aus kleinen Zaehnen in vielen Reihen in einem meist breiten und endstaendigen Mund. Paarweise oder in Gruppen schweben die Mantas mit offenem Maul durch das Wasser und filtrieren mit ihrem Kiemenkorb, der zu einem feinen Sieb ausgebildet ist, Plankton oder kleine Schwarmfische.

Der Schwanz ist kurz und an der Schwanzwurzel liegt eine Rueckenflosse.

c) Saegerochen (Pristioidei)
Saegerochen (Saegefische) haben eine lange, schwertfoermige Schnautze (Rostrum), derren Seiten mit 16 bis 32 spitzen Zaehnen besetzt ist. Ansonsten aehnelt die Koerperform schon stark den Haien, ist aber durch die Lage der Kiemen leicht zu unterscheiden, die Schwimmweise ist die der Haie. Die Saege wird benutzt, um Beute mit schnellen Schlaegen zu toeten oder um den Boden zu durchwuehlen. Die Zaehne des Kiefers sind eher klein.

Es gibt innerhalb der Unterordnung nur eine Familie (Pristioidei) mit wahrscheinlich 6 Arten, von denen zwei auch im Mittelmeer vorkommen. Das Hauptvorkommen liegt in den Tropen und Subtropen, gelegentlich findet man Saegerochen in Brackwasser oder reinem Suesswasser.

d) Geigenrochen (Rhinobatoidei)
Geigenrochen lassen sich teilweise lediglich durch die angewachsenen Brustflossen sowie die unten liegenden Kiemenspalten von den Haien unterscheiden. Der Vorderkoerper ist noch rochenartig flach, der Hinterkoerper ist langgestreckt. Die Schwanzflosse ist gut entwickelt und die beiden Rueckenflossen sind gleichgross. Das Gebiss besteht aus sehr kleinen Zaehnen in 65-70 Reihen. Wie die meisten Rochenarten findet man auch die Geigenrochen vorzugsweise in den Kuestengewaessern der Tropen und Subtropen, im Mittelmeer kommen 3 Arten vor. Zu den Geigenrochen gehoeren 45 Arten in 9 Gattungen, die sich in 2 Familien teilen. Manta e) Echte Rochen (Rajoidei)
Mit mehr als 100 Arten bilden die Echten Rochen die groesste Unterordnung der Rochen. Echte Rochen haben einen spitzen Kopf und sind dreieckig oder rautenfoermig. Der Schwanz ist kuerzer als der Koerper und hat maximal 2 Rueckenflossen. Kopf und Brustflossen sind teilweise mit Dornen besetzt, die aus umgebildeten Hautzaehnen bestehen.

Man findet die Echten Rochen vor allem im Flachwasser, einige Arten jedoch auch in Tiefen bis 2000m.

Seitlich des Schwanzes haben einige Arten elektrische Organe, die aber sehr viel schwaecher als die der Zitterrochen sind und der Ortung und der Suche nach Geschlechtspartnern dient.

Die Echten Rochen, die sich auf drei Familien aufteilen (Rochen im eigentlichen Sinn [Rajidae], Anachantobatidae ohne Rueckenflossen und Arynchobatidae mit einer Rueckenflosse), sind mit zahlreichen Arten auch im noerdlichen Atlantik inklusive Nordsee und Ostsee sowie im Mittelmeer vertreten.