1. Merkmale und Anatomie
2. Lebensraum
3. Nahrung
4. Fortpflanzung
5. Die 5 Unterordnungen
1. Merkmale und Anatomie
Bei den Rochen handelt es sich um mit den Haien eng verwandte Fische.
Wie auch diese besitzen sie keine Knochen, sondern haben ein Skelett
aus Knorpel, gehoeren also zu den Knorpelfischen.
Von den Haien unterscheiden sie sich im wesentlichen durch zwei
entscheidende Merkmale: Zum einen liegen die Kiemenspalten der Rochen
an der Unterseite, die der Haie an den Seiten, zum anderen sind die
Brustflossen stark vergroessert und fluegelaehnlich. Als Bindeglied
kann man die Engelhaie (Unterordnung Engelhaie (Squatinoidei),
bestehend aus einer Familie (Meerengel, Squatnidae) mit 12 Arten)
sehen, die zwar den Rochen stark aehneln und ebenfalls stark
vergroessere Brustflossen besitzen, jedoch sind diese - im Gegensatz zu
den Rochen - nicht mit dem Kopf verbunden. Bei Rochen gehen die
Brustflossen uebergangslos in den Kopf ueber. Bei einigen Arten sind
die Brustflossen um den Kopf herum verlaengert, sodass sie vorne
aufeinander treffen.
Die
Rochen bildeten sich im oberen Jura als Seitenlinie der Haie. Mit ihren
abgeflachten Koerpern und den unten liegenden Kiemen (nach dem
Rueckstossprinzip koennen Rochen erstaunlich schnell starten, indem sie
Wasser durch die Kiemen ausblasen) haben sie sich perfekt an das Leben
am Meeresboden angepasst. Nur wenige Arten leben im freien Wasser
(pelagisch), darunter die mit 7 Metern Breite riesigen Mantarochen.
Unter den Knorpelfischen bilden die Rochen die Ordnung Rajiformes
(340 Arten, 47 Gattungen, 17 Familien, 5 Unterordnungen). Im Gegensatz
zu den Knochenfischen, die eine mit Gas oder Luft gefuellte
Schwimmblase besitzen um nicht unter zu gehen, benoetigen Knorpelfische
diese nicht. Knorpel ist sehr viel leichter als Knochen, sodass der
noetige Auftrieb gegeben ist. Teile des Skeletts, vor allem an der
Wirbelsaeule, sind jedoch durch Kalkablagerungen verhaertet.
Mit
ihren kurzen, stark abgeflachten Koerpern sehen die Rochen den
Plattfischen wie Scholle und Flunder sehr aehnlich. Abgesehen davon,
dass die Plattfische zu den Knochenfischen gehoeren, sind diese
seitlich abgeflacht. Das heisst, dass Plattfische im Grunde auf der
Seite liegende Fische sind, bei denen ein Auge auf die andere Seite
gewandert ist. Rochen sind auf dem Bauch liegend abgeflacht, was
umfangreiche Umbildungen nach sich zog. Mund und die 5 Kiemenspalten
liegen bei den Rochen auf der Unterseite, die Augen auf der Oberseite.
Zum einen bedeutet das, das Rochen nicht sehen, was sie fressen, viel
gravierender ist jedoch, dass sie - da sie meist am oder sogar im
Meeresboden leben - permanent Schlamm einatmen wuerden. Zu diesem Zweck
befindet sich hinter jedem Auge eine Oeffnung, die sog. Spritzloecher.
Diese reichen in Ruhe aus und leiten das Atemwasser zu den Kiemen.
Durch die Kiemen wird nur beim Schwimmen eingeatmet. Im freien Wasser
lebende Rochen atmen wie normale Fische durch die Kiemen.
Da die Rochen durch ihre oben liegenden Augen ihr Futter nicht
sehen koennen, nutzen sie ihren Tast- und Riechsinn sowie ein
elektrisches Ortungssystem aehnlich dem der Haie, mit dem sie die
Stromimpulse der Muskeln eingegrabener Beute orten koennen.
Das
Gebiss der Tiere hat meist abgeflachte, seltener spitze Zaehne, die zum
zerreissen von Beute geeignet sind. Die Zaehne wachsen wie bei den
Haien in mehreren Haien hintereinander, von denen eine oder mehrere
aktiv benutzt werden. Verlorene Zaehne koennen sich so innerhalb
weniger Stunden regenerieren.
Am Koerper vieler Arten befinden sich Hautzaehne, die einige
Zentimeter gross werden koennen. Diese dienen der Verteidigung und sind
oft dornenfoermig nach hinten gebogen. Bei Nagelrochen werden die
Zaehne bis 3cm lang. Zur Verteidigung schwimmt der Rochen schnell
rueckwaerts und kann so schwerwiegende Wunden verursachen. Bei
Stachelrochen ist ein langer Stachel auf der Schwanzwurzel ausgebildet,
mit dem groessere Arten sogar in der Lage sind, Arme, Beine oder sogar
hoelzerne Schiffsboeden zu durchdringen. Eine Verletzung durch einen
Stachelrochen ist dank der Giftdruese entlang der Schwanzwurzel
schwerwiegend, oftmals sogar toedlich.
Maennliche
Rochen sind kleiner als gleichalte Weibchen. Des weiteren ist eine
Geschlechtsbestimmung leicht durch die Bauchflossen moeglich. Bei
Maennchen ist der hintere Teil zum Begattungsorgan (Grifel,
Klammerorgan, Mixopterygia) umgebildet.
Afterflossen fehlen den Rochen voellig, meist sind 2, bei einigen
Arten jedoch nur eine oder gar keine Rueckenflossen vorhanden. Die
Schwanzflosse kann fehlen, der Schwanz ist dann peitschenfoermig und
lang.
Rochen schwimmen entweder durch fluegelschlagaehnliche Bewegung der
Brustflossen oder durch Wellenbewegungen derselben. Die Schwanzflosse
wird nicht zum Schwimmen benutzt.
2. Lebensraum
Rochen
kommen in allen Meeren vor allem in den Tropen und Subtropen, aber auch
in gemaessigten oder sogar kalten Breiten vor. Fehlen tun sie nur bei
den Hawaii-Inseln, in Mikronesien und Polynesien und den nordoestlichen
Suedamerika.
Ueblicherweise halten sich Rochen in flachen Gewaessern und in
Kuestennaehe bis maximal 180 Meter Tiefe auf, normalerweise leben sie
am Meeresboden und graben sich auch in diesen ein. Einige Arten leben
jedoch auch in bis zu 3000 Meter Tiefe oder im freien Wasser.
Der groesste Teil der Rochen lebt in den Meeren, einige Arten leben
im Brackwasser der Flussmuendungen oder haben sich sogar komplett an
das Leben in Suesswasser angepasst.
3. Nahrung
Rochen
verbringen die meiste Zeit in der Naehe des Meeresbodens. Knapp ueber
dem Grund umherschwimmend besteht ihre Nahrung aus Kleingetier, welches
sich in Bodennaehe aufhaelt. Hierzu zaehlen kleinere Fische, Schollen
und andere Plattfische, Wuermer, Seesterne, Krebse und Hummer,
Muscheln, Schnecken und andere kleine Tiere.
Rochen sind fuer den Menschen meist harmlose Tiere, selbst die
groessten Rochen sehen uns keinesfalls als Beute an. Aergert man die
Tiere nicht, wird man kaum negative Erfahrungen machen.
4. Fortpflanzung
Zur
Begattung klammert sich das Maennchen am weiblichen Tier fest. Es
findet eine innere Befruchtung statt, bei der nur eines des
Begattungsorgane an den Bauchflossen des Maennchens zum Einsatz kommt.
Mit Ausnahme der eierlegenden Rochen der Unterordnung Echte Rochen
(Rajoidei) sind Rochen ovovivipar. Das heisst, das die Jungtiere
bereits im Mutterleib aus den Eiern schluepfen und sich dort
entwickeln. Die Geburt findet mit dem Schwanz voran statt. Um die
Mutter mit dem ggf. vorhandenen Stachel nicht zu verletzen, ist der
Schwanz nach oben geklappt. Der Stachel ist noch weich und mit einer
Hautschicht ueberdeckt und erhaertet sich nach der Geburt. Bei den
Saegerochen sind die Zaehne ebenfalls noch weich.
Die Anzahl der Jungtiere ist von Art zu Art unterschiedlich und
reicht von nur einem Jungen pro Jahr bei den riesigen Mantas bis zu 60
Tieren bei kleineren Arten der Zitterrochen.
Echte Rochen sind eierlegend. Die Eier sind kissenfoermig viereckig
und meist dunkel gefaerbt. An jeder der vier Ecken befindet sich eine
Art Ranke, mit der das Ei an Pflanzen, Steinen ode anderen
Gegenstaenden befestigt wird. Die Huelle ist aus Keratin, einer
hornigen, lederartigen Substanz. Je nach Art schluepfen die Jungtiere
nach 4 bis 14 Monaten.
Die 5 Unterordnungen
Die
Ordnung der Rochen teilt sich in 5 Untrordnungen auf, die sich durch
teils kuriose Faehigkeiten unterscheiden: Die elektrisch geladenen
Zitterrochen, die Stromstoesse mit bis zu 200V austeilen koennen, die
Stachelrochenartigen, die mit einem grossen Stachel eine maechtige und
toedliche Waffe besitzen, die Saegerochen mit ihren zu einem
saegeaehnlichen Gebilde verlaengerten Schnautzen, sowie den stark
haiaehnlichen Geigenrochen und der Unterordnung Echte Rochen, zu der
der groesste Teil der Arten gehoert.
a) Elektrische Rochen, Zitterrochen (Torpedinoidei)
Die Zitterrochen haben einen runden, scheibenfoermigen Koerper mit
einem kurzen, aber kraeftigen Schwanz. Das Maul ist mit kleinen Zaehnen
in breiten Baendern besetzt, die Augen sind klein, bei einigen
Tiefseearten zurueckgebildet oder garnicht vorhanden.
Am auffallendsten ist die Faehigkeit, Stromstoesse auszuteilen. Hierzu
haben sich Muskelpartien an den Seiten der Scheibe zu elektrischen
Organen umgewandelt. Meist liegt die Spannung bei etwa 75-80 Volt,
einige Arten erreichen nur 25 Volt. Das Maximum liegt bei 200 Volt und
das bei einer Stromstaerke von 3-7 Ampere.
Das
elektrische Organ wird in erster Linie zur Nahrungssuche benutzt. Durch
Aussendung von Impulsen im Mikrovoltbereich orientiert sich der Rochen.
Die Zitterrochen fressen durchaus auch Fische, die fuer ihr Maul
deutlich zu gross sind. Hierzu beugt sich der Rochen ueber sein
potentielles Opfer und laehmt es durch Stromstoesse. Das elektrische
Organ wird jedoch auch zur Verteidigung gegen Feinde eingesetzt.
Nachteilig ist, dass der Rochen aufgrund der umgebildeten Muskeln
nur schlecht schwimmen kann. Daher benutzt er den Schwanz, um durch
seitliche Ruderbewegungen voran zu kommen. Bei einigen Arten sind dich
Bauchflossen zu Lauforganen umgebaut, mit denen sie ueber den
Meeresgrund kriechen.
Die Zitterrochen unterteilen sich in 3 Familien: Die Echten
Ziterrochen (Torpedinidae) mit 2 Rueckenflossen, die mit 7 Gattungen in
waermeren Meeren vorkommt. Die zweite Familie bilden die Narkidae, die
nur eine Rueckenflosse haben und im Indischen und Stillen Ozean
heimisch sind. Die Temeridae haben keine Rueckenflosse und kommen im
westlichen Stillen Ozean vor. Im Mittelmeer sowie dem oestlichen
Atlantik von Franreich bis Suedafrika kann man verschiedene Arten der
Echten Zitterrochen beobachten.
b) Stachelrochenartige (Myliobatoidei)
Die Stachelrochenartigen sind oval bis rautenfoermig und haben
einen schlanken, oftmals peitschenfoermigen Schwanz. Der Schwanz ist
meist mit einem oder mehreren Stacheln besetzt, der zur Verteidigung
eingesetzt wird. Der Stachel ist spitz, gross und an beiden Seiten
gesaegt oder mit Widerhaken besetzt. An der Wurzel des Stachels liegen
Giftdruesen, die ihn zu einer toedlichen Waffe macht. Der Stachel
bleibt im Opfer stecken. Einige Arten sind in der Lage, den verlorenen
Stachel zu ersetzen, andere Arten regenerieren ihn permanent, daher
haben diese Arten teilweise bis zu vier Stacheln gleichzeitig. Beachtet
man, dass grosse Stachelrochen durchaus in der Lage sind, mit ihrem
Stachel einen Schiffsboden zu durchstossen kann man sich vorstellen,
wie verherrend die Wirkung bereits ohne das Gift ist.
Wird ein Mensch von einem Stachelrochen gestochen, zieht diese sehr
schmerzhafte Verletzung schwere Vergiftungserscheinungen nach sich. Das
Gift greift den Kreislauf an, kann das Herz laehmen oder das Atmungs-
und Harnsystem schaedigen und greift das zentrale Nervensystem an.
Stiche in den Leib sind innerhalb kurzer Zeit toedlich, Stiche in die
Gliedmassen koennen nach monatelanger Krankheit ueberlebt werden.
Oftmals reisst die Giftdruese mit aus. Das hat zur Folge, dass viele
Opfer mit einer mechanischen Verletzung ohne Giftwirkung davonkommen.
Als Vorsichtsmassnahme sollte man in Gegenden in denen Stechrochen
vorkommen, niemals barfuss gehen und moeglichst durch das Wasser
schlurfen, um vergrabene Rochen aufzuschrecken. In diesem Fall wird das
aufgeschreckte Tier eher fluechten. Treten sie jedoch versehentlich auf
ein eingegrabenes Tier, ist der Unfall vorprogrammiert. Ebenfalls
vermeiden sollten Sie, nahe ueber dem Boden zu schwimmen.
Lange Zeit wurde der Stachel von den Eingebohrenen der indopazifischen Region als Speerspitze verwendet.
Zu den Stachelrochenartigen gehoeren 128 Arten in 17 Gattungen, die
auf vier Familien unterteilt sind. 118 Arten besitzen einen Stachel,
Rueckenflossen haben nur wenige Arten.
Die Unterordnung der Stachelrochenartigen laesst sich aufteilen in
die vier Familien Stachelrochen (Dasyatidae), Schmetterlingsrochen
(Gymnuridae), Adlerrochen (Myliobatidae) und Teufelsrochen (Mobulidae).
i) Stachelrochen
Zu den Stachelrochen gehoeren 89 Arten in 10 Gattungen. Die
kleinste Art erreicht gerade einmal 30cm Durchmesser und bringt dabei
700g auf die Waage, die groesste Art wiegt 350kg bei 210cm Durchmesser.
Zu den Stachelrochen gehoert z.B. der Blauflecken-Stechrochen, der oft
in Aquarien gehalten wird, der Gewoehnliche Stechrochen mit seinem 35cm
langen Stachel und der im Mittelmeer haeufig anzutreffende Brucko.
ii) Schmetterlingsrochen
Die Schmetterlingsrochen sind breiter als lang, haben fluegelartig
verbreiterte Brustflossen und meist eine Rueckenflosse sowie einen
gesaegten Stachel.
iii) Adlerrochen
Bei den Adlerrochen sind die Brustflossen stark fluegelaehnlich
verbreitert. Zum schwimmen werden diese fluegelschlagaehnlich bewegt,
woher auch der Name Adlerrochen stammt. Die Schnautze ist schnabelartig
und deutlich vom Koerper abgesetzt. Der Schwanz ist peitschenfoermig
und ohne Schwanzflosse. Eine Rueckenflosse ist vorhanden. Ausser bei
den 3 Arten der Gattung Aetomylaeus ist ein Stachel vorhanden.
Es gibt 29 Arten in 5 Gattungen, die vor allem in den tropischen
Meeren, aber auch in gemaessigten oder gar kalten Breiten vorkommen.
Das Gebiss ist plattenfoermig und besteht aus kraeftigen Mahlzaehnen, de hervorragend dazu geeignet sind, Muscheln zu knacken.
Ausser bei den Gattungen Aetobatus mit nur einer Reihe und der
Gattung Rhinoptera mit 9 Reihen haben die anderen Gattungen 7 Reihen
breiter Mahlzaehne im Ober- wie im Unterkiefer.
iv) Teufelsrochen (Mantarochen)
Bei den Teufelsrochen ist die Schnautze in zwei duenne
loeffelartige Verlaengerungen (Hoerner, Kopfflossen) aufgeteilt, die
waagerecht nach vorne stehen und sehr beweglich sind.
Es gibt 2 bis 4 Gattungen mit einer unbekannten Anzahl Arten. Die
groesste bekannte Art, Der Riesenmanta (Manta Birostris) erreicht eine
Spannweite von 7 Metern und wird dabei 2 Tonnen schwer.
Der Name Teufelsrochen stammt von der Faehigkeit, trotz des hohen
Gewichts meterhoch aus dem Wasser zu springen. Landet ein 2 Tonnen
schwerer Koloss auf einem Schiff, ist der Untergang kaum zu vermeiden.
Mantas findet man auf hoher See wie in Kuestennaehe, nur eine Art (der Meeresteufel mobula mobula) kommt auch im Mittelmeer vor.
Trotz
der Groesse sind auch die Teufelsrochen friedliche Tiere, Taucher
koennen sich sogar von ihnen ziehen lassen. Das Gebiss besteht aus
kleinen Zaehnen in vielen Reihen in einem meist breiten und
endstaendigen Mund.
Paarweise oder in Gruppen schweben die Mantas mit offenem Maul durch
das Wasser und filtrieren mit ihrem Kiemenkorb, der zu einem feinen
Sieb ausgebildet ist, Plankton oder kleine Schwarmfische.
Der Schwanz ist kurz und an der Schwanzwurzel liegt eine Rueckenflosse.
c) Saegerochen (Pristioidei)
Saegerochen (Saegefische) haben eine lange, schwertfoermige
Schnautze (Rostrum), derren Seiten mit 16 bis 32 spitzen Zaehnen
besetzt ist. Ansonsten aehnelt die Koerperform schon stark den Haien,
ist aber durch die Lage der Kiemen leicht zu unterscheiden, die
Schwimmweise ist die der Haie. Die Saege wird benutzt, um Beute mit
schnellen Schlaegen zu toeten oder um den Boden zu durchwuehlen. Die
Zaehne des Kiefers sind eher klein.
Es gibt innerhalb der Unterordnung nur eine Familie (Pristioidei)
mit wahrscheinlich 6 Arten, von denen zwei auch im Mittelmeer
vorkommen. Das Hauptvorkommen liegt in den Tropen und Subtropen,
gelegentlich findet man Saegerochen in Brackwasser oder reinem
Suesswasser.
d) Geigenrochen (Rhinobatoidei)
Geigenrochen lassen sich teilweise lediglich durch die
angewachsenen Brustflossen sowie die unten liegenden Kiemenspalten von
den Haien unterscheiden. Der Vorderkoerper ist noch rochenartig flach,
der Hinterkoerper ist langgestreckt. Die Schwanzflosse ist gut
entwickelt und die beiden Rueckenflossen sind gleichgross. Das Gebiss
besteht aus sehr kleinen Zaehnen in 65-70 Reihen.
Wie die meisten Rochenarten findet man auch die Geigenrochen
vorzugsweise in den Kuestengewaessern der Tropen und Subtropen, im
Mittelmeer kommen 3 Arten vor.
Zu den Geigenrochen gehoeren 45 Arten in 9 Gattungen, die sich in 2
Familien teilen.
e) Echte Rochen (Rajoidei)
Mit mehr als 100 Arten bilden die Echten Rochen die groesste
Unterordnung der Rochen. Echte Rochen haben einen spitzen Kopf und sind
dreieckig oder rautenfoermig. Der Schwanz ist kuerzer als der Koerper
und hat maximal 2 Rueckenflossen. Kopf und Brustflossen sind teilweise
mit Dornen besetzt, die aus umgebildeten Hautzaehnen bestehen.
Man findet die Echten Rochen vor allem im Flachwasser, einige Arten jedoch auch in Tiefen bis 2000m.
Seitlich des Schwanzes haben einige Arten elektrische Organe, die
aber sehr viel schwaecher als die der Zitterrochen sind und der Ortung
und der Suche nach Geschlechtspartnern dient.
Die Echten Rochen, die sich auf drei Familien aufteilen (Rochen im
eigentlichen Sinn [Rajidae], Anachantobatidae ohne Rueckenflossen und
Arynchobatidae mit einer Rueckenflosse), sind mit zahlreichen Arten
auch im noerdlichen Atlantik inklusive Nordsee und Ostsee sowie im
Mittelmeer vertreten.
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